Ob es um Steuer, Versicherung, Gesundheit oder Pflege geht, auf die Bürger kommen im nächsten Jahr einige wichtige Änderungen zu.
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat sie zusammengestellt.
Steuern
- Das neue Jahressteuergesetz kommt in 2008 Ehepaaren ein Stück entgegen. Paare, die bisher in den Steuerklassen III und V veranlagt werden, können ab 2009 die Lohnsteuerbelastung gerechter aufteilen. Der Vorteil: So bleibt auch dem geringer Verdienenden monatlich mehr vom Lohn.
- Ausgaben für Haushaltshilfen und Handwerker können ab 2008 auch für Haushalte innerhalb der Europäischen Union (EU) steuerrechtlich angesetzt werden.
- Zukünftig fordert das Finanzamt eine Lohnsteuererklärung auch für Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld I und Krankengeld - falls diese einen Höchstbetrag übersteigen.
- Die Abgeltungssteuer auf Zinserträge, Dividenden und Kursgewinne in Höhe von 25 Prozent gilt erst ab 2009. Das bedeutet, dass Kursgewinne nur noch für Wertpapiere steuerfrei bleiben, die bis Ende 2008 gekauft werden.
Versicherungen
- Auch das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) wird zum Nutzen der Kunden modifiziert. Die Gesellschaften müssen mögliche Kunden bereits bei Antragstellung detailliert über das Produkt und seine Bedingungen informieren. Selbst grob fahrlässiges Verhalten schließt den Versicherungsschutz für den Kunden nicht grundsätzlich aus. Weitere Vorteile sind verkürzte Laufzeiten, ein eingeschränktes Rücktrittsrecht seitens der Gesellschaft und eindeutige Modellrechnungen.
Gesundheit
- Ab 2008 müssen die Krankenkassen ihre Versicherten regelmäßig (jedes Jahr) auf Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen aufmerksam machen.
- Frauen bis zum Alter von 25 Jahren haben einen Anspruch auf einen Chlamydien-Test. Dem für alle Versicherten ab 35 Jahren vorgesehenen Hautkrebs-Screening muss allerdings noch das Bundesministerium für Gesundheit zustimmen.
- Chronisch kranke Patienten müssen sich in Zukunft „therapiegerechter“ verhalten (zum Beispiel an einem Programm ihrer Krankenkasse teilnehmen), um von den Zuzahlung entlastet zu werden.
- Ab April 2008 soll es eine elektronische Gesundheitskarte geben. Darauf sollen alle zur Ausgabe eines elektronischen Rezepts obligatorischen Daten des Versicherten gespeichert sein.
- In der privaten Krankenversicherung erwarten Männer höhere, Frauen niedrigere Versicherungsbeiträge. Der Grund dafür ist die gleichmäßige Verteilung der Lasten auf alle Versicherten.
- In Nordrhein-Westfalen tritt das Rauchverbot in Kraft. Ab dem 1. Januar 2008 darf nicht mehr in öffentlichen Gebäuden, auf Flughäfen, in Kultur-, Sport- und Bildungseinrichtungen geraucht werden. Restaurants und Kneipen haben noch eine Schonfrist bis zur Jahresmitte.
Pflege
- Ab August 2008 sollen die Pflegeversicherungsbeiträge steigen. Eine Verbesserung der Versicherungsleistungen ist allerdings im neuen Jahr auch vorgesehen.
- Menschen mit Behinderung können ab dem 1. Januar ein so genanntes „persönliches Budget“ einfordern. Die bar gezahlte Leistung soll sie in die Lage versetzen, sich ihre Hilfen in eigener Regie zu beschaffen.
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