Weihnachtszeit, Geschenkezeit: Während die Kinder fleißig an ihrer Weihnachtswunschliste schreiben, sollten die Eltern überlegen, auf welche Produkte sie lieber verzichten wollen. Denn nicht alle Spielzeuge bereiten Freude.
Zum wiederholten Male sind Spielzeuge aus China wegen mangelhafter Qualität in Verruf gekommen. So rief Mattel, einer der weltweit größten Spielzeughersteller (zum Beispiel Barbie, Hot Wheels, Matchbox, und Fisher-Price) innerhalb weniger Wochen einige seiner Produkte wegen unzulässig hohen Bleigehalts bzw. gefährlicher Magnetteile vom Markt zurück. Darunter war zum Beispiel eine Spielzeugküche von Fisher-Price, an der sich Teile eines Wasserhahns und Zeiger eines Weckers lösen und im Falle des Verschluckens für Kinder eine Erstickungsgefahr darstellen können. Mattel ruft nach eigenen Angaben derzeit circa 196.000 Artikel zurück, davon rund 4.800 in Deutschland.
Ärger mit in China hergestellten Produkten hat auch die amerikanische Kaffeehauskette Starbucks. Von deren Rückrufaktion betroffen sind laut Berliner Tagesspiegel 250.000 Kinderbecher. Auch von ihnen hätten sich in mindestens zwei bisher bekannten Fällen Teile gelöst. Die bunten Becher waren zwischen Mai 2006 und August 2007 in den US-Filialen der Kaffeehauskette verkauft worden. Die betroffenen Becher sind im Internet unter www.cpsc.gov abgebildet.
Deutschland auch betroffen
Solche Fälle gibt es aber auch hierzulande. Zwischen 2004 und 2006 wurden allein in Deutschland 3.135 importierte Produkte mit Beschädigungen gemeldet. Davon waren 958 Artikel aus China. Zur selben Zeit wurden über das EU-Schnellinformationsystem RAPEX weitere 333 Produkte mit „besonders schwierigen Mängeln“ ermittelt. Von diesen stammten 101 Erzeugnisse aus China.
Siegel als Orientierungshilfe
Der Sicherheitsaspekt ist ein wesentlicher, wenn es um die Auswahl des geeigneten Spielzeugs geht. Werden Waren vom Markt genommen, heißt es, dass sie Mängel aufweisen beziehungsweise beschädigt sind. Ob ein Spielzeug giftfrei, farb- oder speichelecht ist, lässt sich allerdings mit bloßem Auge nicht feststellen. Deshalb sollten beim Kauf von Kinderspielzeug bestimmte Sicherheitsnormen berücksichtigt werden.
Die Sicherheitsnormen im Einzelnen
CE-Zeichen:
Das CE-Zeichen ist ein europäisches Produktsicherheitszeichen, dass alle in Deutschland verkauften Spielzeuge tragen müssen. Mit der CE-Kennzeichnung bestätigt der Hersteller, dass sein Produkt den geltenden europäischen Richtlinien entspricht.
Ob der Hersteller die Anforderungen aber tatsächlich einhält, bleibt jedoch ein Rätsel, denn eine konkrete Prüfung gibt es nicht.
GS-Zeichen:
Das Zeichen steht für „geprüfte Sicherheit“.
Grundlage hierfür ist das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG).
Hier wird geprüft, ob der Hersteller die europäischen Sicherheitsnormen und die Bestimmungen des Lebens- und Futtermittelgesetzbuchs befolgt. Das GS-Zeichen wird von Organisationen wie TÜV oder VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e.V.) vergeben. Es ist wichtig darauf zu achten, dass das Zeichen immer zusammen mit Angaben der Prüfstelle erscheint. Falls dies nicht der Fall sein sollte, liegt ein Betrug vor.
Spiel gut:
Bei dem von einem Arbeitschuss vergebenen Zeichen steht der Spielwert im Vordergrund. Zusätzlich werden Kriterien wie Design, Sicherheit, Haltbarkeit, Material und Umweltverträglichkeit bewertet.
VDE:
Bei dem von dem Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik vergebenen Zeichen geht es um die elektronische Sicherheit.
Quellen:
www.bundesregierung.de
www.mattel.de
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