Vom Rand des Schotterwegs beugen sich Bäume schützend über den regennassen Wanderer. Abgegrenzt durch einen Zaun aus Gleisstücken und Ketten. Majestätisch große nordamerikanische Mammutbäume erheben sich. In direkter Nachbarschaft zu zartgliedrigen Andentannen. Wo sich eine Bahnlinie durch den Wald schlängelt, befindet sich die kurioseste Baumpflanzung Deutschlands - in Wuppertal.
Die Strecke windet sich durch die dicht bewachsenen Höhen des Burgholzes. Der Kies knirscht unter den Sohlen, kleine Wasserpfützen bilden sich. Das Laufen fällt leicht. Fast eben und für leichtes Schuhwerk geeignet geht der Weg voran. Die Luft ist feucht und duftgeschwängert. Feuchter Waldboden, Laub, Blüten, Gehölze. Eben noch vertieft in den Duftflacon des Waldes wird der Wanderer bald abgelenkt. Eine tiefe Schlucht verläuft parallel zum Weg. Zunächst noch verborgen hinter eng wucherndem, strahlend grün glänzendem Bewuchs. Dann öffnet sich der Blick und rast an den sich 30 Meter in die Tiefe stürzenden Steilhängen hinab.
Die Geschichte der Burgholzbahn
„Sambatrasse” wird die ehemalige Bahntrasse genannt. Seit 1891 verbindet sie Elberfeld und Cronenberg. Auf elf Kilometern Länge überwindet sie 120 Meter Höhenunterschied. Einst ermöglichte sie den Warentransport der an der Route gelegenen Werkzeugindustrie. Und weil sich die Bahn immer schon schlängelte und dabei auch reichlich wackelte, setzte sich der Name Sambabahn rasch durch. Seit 1988 steht die Bahn still. Heute erscheint die Trasse in neuem Glanz. Sie ist seit 2006 als Rad- und Wanderweg freigegeben.
Gaststätte Burgholz - Hausmannskost im grünen Idyll
Der hungrige Wanderer kann auf der Hälfte der Strecke in der „Gaststätte Burgholz” rasten. Das kleine Holzhäuschen, eine ehemalige Bahnhofsstation, ist mit übriggebliebenen Signalschildern geschmückt. Bierbänke, Außenlaternen und eine Karte mit Hausmannskost laden zum Verweilen ein.
Wuppertal - immer eine Reise wert
Wuppertal ist nicht nur wegen des Zoos und der Schwebebahn eine Reise wert. Die frühe Industrialisierung, insbesondere die Textilindustrie, prägte die Stadt. Wersich für die Zeit der industriellen Revolution und frühen Arbeiterbewegung interessiert, kann an Führungen des Historischen Zentrums teilnehmen. Kontrastreich dazu stellt sich die reizvolle Umgebung Wuppertals dar. Das Bergische Land bietet zahlreiche Möglichkeiten für Ausflüge. Beispiele hierfür sind der in Wuppertal-Barmen startende „Geopfad”, die ehemalige Bahnstrecke „Nordtrasse”, und die „Herbringhauser Talsperren”.
Ausklang in der historischen Strassenbahn
Die Sambatrasse führt diese Kontraste zusammen. Das Naturschutzgebiet Burgholz erstreckt sich auf bis zu 228 Metern Höhe, durchschnitten vom Lauf der Wupper, die sich bis zu 160 Meter tief in das Gelände gegraben hat. An der Trasse befindet sich auch der „Manuelskotten”, eine einstige Schleiferei. Eingebettet in eine Landschaft aus Mühlteichen und Hofschaften im Schieferfachwerkstil des Bergischen Lands, kann der Kotten als Außenstelle des Historischen Zentrums besichtigt werden.
Der Besucher erfährt hier, wie mit Hilfe von Wasserkraft Metalle verarbeitet wurden. Am Ende der Strecke geht der Regen in leises Nieseln über. Die historische Bahn fährt mit lautem Geratter ein, ein langgezogenes Quietschen der Bremsen schallt über den Bahnsteig. Die Waggons sind geheizt. Holzsitze stöhnen müde unter der Last der Fahrgäste. Langsam ruckelt der Zug wieder an. Ein lauter Pfiff. Die Bahn verlässt den Wald. Der Blick schweift ein letztes Mal zurück auf üppiges Grün.
Weiter Informationen unter:
www.adfc-wuppertal.de
www.wandern-in-wuppertal.de
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