Das starke holzige Aroma zerstoßener Kakaobohnen entsteigt der mannshohen Mühle. An der silbern glänzenden Mischmaschine liegt ein süßlicher Hauch Vanille in der Luft. Hinter einem Plexiglasfenster vermengt sich die maronenbraune Schokomasse im heißen Wasserbad mit Zucker und Sahne. Im Kölner Schokoladenmuseum riechen die Gäste alle Düfte, die bei der Herstellung der Süßigkeit entstehen.
Die Produktionshalle im Anbau des Schokoladenmuseums ist von mechanischem Rattern und Mahlen erfüllt, darüber liegt ein Geräuschteppich mit dem Murmeln der zahlreichen Besucher. Schüler mit strubbeligen Haaren, blitzenden Zahnspangen und schlabberigen Kapuzenpullis stiefeln zwischen den Apparaten umher.
Einer der Jugendlichen trottet etwas hinter der Gruppe. Er folgt dem Weg der dunklen Kakaomasse durch die verschiedenen Stufen der Produktion und schaut in die großen Bottiche. „Wow, ist das viel Schokolade! Schaut mal, da passen zweihundert Liter hinein!”
Schokolade für Jung und Alt im Schokoladenmuseum
Am Schokoladenbrunnen in der Glaskuppel stehen nicht nur die Kinder Schlange, um eine Schokowaffel zu ergattern: Auch erwachsene Gäste warten mit einem Leuchten in den Augen auf die Kostprobe. Eine Confiseurin mit weißer Konditorenmütze taucht dünne Waffeln in die blubbernde braune Creme.
Zweihundert Liter Schokocreme sprudeln in einem stetigen Strom aus einem künstlichen Kakaobaum mit goldenen Früchten. Ein warmer Duft, ölig und nussig steigt den Wartenden in die Nase. Die kleine Schokowaffel offenbart am Gaumen einen sahnig-süßen Geschmack, der nicht lange anhält. „Im Museumsshop gibt es mehr davon zu kaufen”, erklärt Museumsführer Nick seinen Gästen.
Köln ist Stadt der Düfte
In der Kölner City können Städtereisende eine Tour durch die Welt der Wohlgerüche unternehmen. Die Parfümerie „4711″ in der Glockengasse verkauft nicht nur eine Vielzahl an Düften. Eine Austellung erläutert die Geschichte der deutschen Traditionsmarke rund um die berühmte Hausnummer. Die Konkurrenz in Sachen “Echt Kölnisch Wasser” im Duftmuseum Farina bietet auch Kostümführungen speziell für Kinder an.
Das in Deutschland einmalige Schokoladenmuseum existiert seit 1993. Die Museumsbesucher erfahren auf drei Etagen alles über die Herkunft und Geschichte der Kakaobohne. Von der lichten Eingangshalle mit dem aufsteigenden Glasdach führt eine Wendeltreppe zu den verschiedenen Ausstellungsbereichen des Museums. Im Gewächshaus empfängt ein moderiger, feuchter und heißer Odem die Gäste. Zwischen haushohen Palmengewächsen steht auch ein echter Kakaobaum, der die faustgroßen Kakaofrüchte direkt am Stamm trägt.
Kaffeekränzchen mit “Herrn Kakao” im Schokoladenmuseum
In einen Raum mit gedämpftem Licht und braungefärbten Wänden stehen historische Stelen aus Mittelamerika, darunter auch ein Maya-Herrscher mit dem Namen “Herr Kakao”. Der Streifzug führt die Gäste weiter in Kaffeehäuser der Kolonialzeit mit silbernen Kakaokannen und goldumrahmtem Porzellangeschirr.
Tante Emmas Kaufmannsladen aus der Zeit um 1900 bietet alle Arten bunter Kakaodosen, Schokoladentafeln und Pralinen-Kartons. “Bei uns in Japan gibt es nicht so viele Sorten, das ist unglaublich”, staunt eine Seniorin mit graumelierten langen Haaren und Lachfältchen um die Augen. Die kleine Frau fährt in klarem Deutsch fort: “Hier in Deutschland ist diese Süßigkeit ein wichtiger Teil der Kultur.”
Am Schluss gibt es für die deutschen Besucher ein Wiedersehen mit alten Bekannten aus der Populärkultur: Eine lila-weiß-gescheckte Kuh und überlebensgroße Überaschungseier präsentieren sich im letzten Saal des Schokoladenmuseums. Beim Gehen hören die Gäste wieder die Mahlgeräusche aus der Schokoladenfabrik, und noch einmal streift der warme Duft von Nüssen, Sahne und Vanille ihre Nasen.
Öffnungszeiten des Schokoladenmuseums:
Dienstags bis freitags von 10-18 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 11-19 Uhr geöffnet.
|
Am 7. Juni 2010 um 19:43 Uhr
Köln - die Stadt der Düfte! So habe ich es als gelegentlich dorthin Reisender noch nie gesehen, will aber nichts dagegen sagen. Wer den Duft eines guten Essens und Trinkens dazu haben möchte, gehe zu Le Moisonnier, Krefelder Straße. Moissonnier, Elsässer, mit seinem Koch Menchon aus der Provence. Düfte, Geschmack und hohes Wohlbefinden sind garantiert in meinem Lieblingsrestaurant seit Jahren, das unter Kennern zur Spitze gehört, dabei den charmanten Flair eines französischen Bistros gewährleistet. “Bürgerliche Küche auf höchstem Niveau, sagte ein ernst zu nehmender Kritiker dazu; es ist die halbe Wahrheit - die andere Hälfte möge sich jeder selbst erschließen.