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Donnerstag |
04.09.2008 |
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Bahnpreise: “Affront gegen die Kunden” |
Im Dezember, zum Fahrplanwechsel, sollen die Preise für Bahntickets steigen. Das kündigte die Deutsche Bahn AG vergangene Woche in Berlin an. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (Vzbv) bezeichnet diese Preiserhöhung als “Affront gegen die eigenen Kunden”.
Zum 14. Dezember, so die Bahn in einer Mitteilung, werden die Preise um durchschnittlich 3,9 Prozent steigen. Begründet wird der Entschluss mit “explodierenden Energiepreisen” und “gestiegenen Personalkosten”. Für den Kartenverkauf am Schalter und am Telefon soll ein “Bedienzuschlag” von 2,50 Euro erhoben werden. Über 40 Prozent der Fahrkarten werden derzeit am Schalter und am Telefon verkauft.
Deshalb sieht der Verbraucherzentrale Bundesverband den angekündigten Bedienzuschlag “besonders kritisch”, wie es in einer Mitteilung heißt. “Diese Vertriebswege massiv zu verteuern, widerspricht ganz klar den Kundenwünschen”, sagte Gerd Billen, der Vorsitzende des Verbands. Und: “Es geht nicht an, dass die Deutsche Bahn AG alle Kunden extra zur Kasse bittet, die einen personenbedienten Verkauf wünschen - und in vielen Fällen auch benötigen.”
“Günstigere Preise und verbessertes Angebot”
Am 18. August 2008 habe die Deutsche Bahn AG ein hervorragendes Betriebsergebnis für das erste Halbjahr 2008 vorgelegt, so der Verbraucherzentrale Bundesverband. Demnach hat sich vor allem der Personenverkehr auf der Schiene besonders gut entwickelt, weil die Nachfrage infolge der hohen Preise für Benzin und Diesel erheblich gestiegen ist. Die Bahn hat im ersten Halbjahr 2008 2,6 Prozent mehr Fahrgäste transportiert als im Vergleichszeitraum im vergangenen Jahr. Die gestiegenen Einnahmen hätten aber nicht dazu geführt, dass die Bahn das Angebot ausgeweitet hat, kritisieren die Verbraucherschützer. “Im Gegenteil: Die gefahrenen Zugkilometer sind im gleichen Zeitraum sogar um 0,7 Prozent zurückgegangen.”
Ein “gutes und erschwingliches Angebot im Bahnverkehr” bräuchten die Verbraucher in Zeiten von Klimawandel und Rohstoffknappheit “mehr denn je”. Die Vorderung des Vzvb: “günstige Preisen” und ein “verbessertes Angebot”, um “noch mehr Menschen für den Zug zu gewinnen”.
Tipp: Welche Sparmöglichkeiten beim Bahnfahren es gibt, welche Rechte der Kunde hat und was Experten raten, gibt es in einem Bahnreisen-Dossier bei Weltbericht.
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