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Donnerstag |
27.01.2005 |
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| Abzocke mit Internetcasinos |
Eindeutig zur Kategorie schwarze Schafe gehört die Firma CasMaker damit möchte ich dann gleich die Liste beginnen, die ich am 25.01.05 in meinem Blog angeregt habe.
Große Anzeigen in FAZ, Handelsblatt und Euro am Sonntag und anderen
“Die Geiz-ist-geil-Welle erreicht den Finanzmarkt”, titelt CasMaker derzeit in halbseitigen, redaktionell aufgemachten Anzeigen in überregionalen Medien. Teuer, teuer! Besser wäre hier wohl die Überschrift: “Das Geld-ist-weg-Prinzip bewahrheitet sich wieder einmal.” Oder vielleicht: “Rien ne va plus?” Denn: In den Anzeigen und dazugehörigem Prospekt wird für eine Einmaleinlage von 2.500 Euro bereits nach vier Jahren eine Verneunzehnfachung des Einsatzes auf dann fast 50.000 Euro in Aussicht gestellt. CasMaker “verdient” dabei an dem Verkauf von Lizenzen für die Software von Internetcasinos, die ihre Einnahmen auch mit Sportwetten bestreiten wollen. Spiel und Spaß also, wenn man auf die virtuellen Roulettes setzt? Wohl eher russisches Roulette mit garantiert einer Kugel in jeder Pistolenkammer! 80 virtuelle Casinos sollen für diese Lizenz angeblich bezahlen. Pro Casino wird mit Einnahmen von bis zu 40 Millionen Euro kalkuliert und Anleger verdienen nach Aussagen von CasMaker daran mit. Die Gewinn-Prognose basiert jedoch nicht auf eigenen, konkreten Erfahrungswerten, sondern auf äußerst spekulativen Annahmen über die Entwicklung von Glücksspiel-Eldorados im Internet statisch in die Zukunft projiziert. Hmmm, wenn ich das lese, komme ich ins Grübeln: Ich sollte meinen Job an den Nagel hängen und sofort mein Glück mit Wette und Spiel im Internet versuchen! Gerade Sportwetten scheinen ja derzeit auch bei anderen Berufsgruppen in Mode zu kommen. Zumindest bei CasMaker hat das Anlegergeld zunächst einen langen Weg vor sich: Viele beteilige Firmen haben ihren Sitz in Curacao, niederländische Antillen. Ob das Rückflug-Ticket für die Euros deutscher Anleger schon gebucht ist? Unter der CasMaker-Adresse in Hannover betrieb Direktor Mike Hansch jedenfalls früher die Partnervermittlungsfirma Charisma-Hannover, vermutlich ähnlich “erfolgreich” wie heute den Lizenzverkauf von CasMaker…
Vernichtendes Urteil
Nun ja, viel mehr bleibt ja eigentlich zu diesem Angebot nicht zu sagen. Gerne möchte ich aber mit dem abschließenden Fazit aus kapital-markt intern, Ausgabe 03/05, enden, die bereits seit längerem vor diesem Glücksspiel warnen: “Zockern empfehlen wir eine Spielweise, auf der klare Regeln die Gewinnchancen vorgeben. (…) In Curacao lässt es sich bestimmt nett urlauben, aber dort seinem vielleicht versackten Geld nachzulaufen und es auch zurückzuerhalten, ist noch unwahrscheinlicher, als über eine Partnervermittlungs-Agentur seinen Traumpartner in die Arme gelegt zu bekommen.”
P.S.: Eine Unterlassungserklärung fing sich CasMaker übrigens ein, weil die Firma in einer Anzeige dreist auf einen Artikel von Finanztest Bezug nahm. “Die ersten Anleger hatten den absolut richtigen Riecher, als sie vor wenigen Monaten den Entschluss fassten, sich an unserem neuartigen Geschäftsmodell zu beteiligen (Stiftung Warentest berichtete in ihrer aktuellen Ausgabe Finanztest 11/2004)”, so der Text der Anzeige. Der zitierte Finanztest-Artikel titelte allerdings mit “Abenteuerliches Angebot”…
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